Twitter kastriert Share-Button: Geht’s ums Geld?

Ups, was geht denn bei Twitter ab? Urplötzlich leuchtet der typische Share-Button des Zwitscher-Dienstes in einem neuen Blau. Viel schlimmer: Der Counter ist abgesägt. Warum? Wieso? Weshalb? Gerüchten zufolge wohl wegen dem schnöden Mammon…

Sicher hast du es schon gemerkt. Und wahrscheinlich genauso dumm geschaut wie ich. Ohne große Ankündigung hat Twitter letzten Freitag (20. November) seinen Share-Button modifiziert. Neu sind zwei Dinge. Zum einen die Farbe, was allerdings weniger schert. Zum zweiten der Counter. Und der schert durchaus, hat Twitter doch die Share-Count-API gekappt. Die zählte die Tweets und Retweets, mit welchen Follower unsere Artikel auf Twitter teilten. Aus und vorbei. Der Counter ist Geschichte, und das wohl endgültig.

Twitter Follower sind entrüstet: Counter-API gekappt

Die Entrüstung der weltweiten Zwitscher-Gemeinde ließ nicht allzu lang auf sich warten, weswegen Twitter mittlerweile eine offizielle Erklärung abgab. So hätte der Counter niemals die korrekten Tweets angezeigt und sei auch nie offiziell gewesen. Obendrein hat Twitter auf eine hauseigene Datenbank (Manhattan) umgestellt, die den Counter (zuvor Cassandra) nicht mehr berücksichtigen würde. Aha. So weit das offizielle Twitter-Statement.

Tatsächlich scheint nämlich weitaus mehr hinter dem Counter-Aus zu stecken, als Twitter zugibt. Es geht wahrscheinlich mal wieder um das liebe Geld. Und außerdem um (Konkurrent) Facebook. Fangen wir von hinten an, also bei Facebook. Wer seine Social Media Buttons beobachtet, dürfte wohl in der Regel Facebook vorn sehen (gesehen haben). Egal ob nun gegenüber Twitter oder Google+. Wobei Facebook nicht nur die tatsächlichen Shares zählt, sondern ebenso Likes und (mitunter negative) Kommentare. Das war Twitter ein Dorn im Auge, lag FB somit doch generell vor dem Mikrobloggingdienst.

Twitter Counter gibt es noch: Gegen Cash bei Gnip

Viel interessanter für Twitter aber dürfte der schnöde Mammon sein, denn – wieder im Gegensatz zum Zuckerberg-Konkurrenten – hat Twitter arge Probleme beim Thema Geld verdienen. Ganz weg ist der Twitter-Zähler nämlich nicht, ausgelagert trifft es wohl eher. Denn via Gnip können Marketer immer noch Zahlen zur Twitter-Reichweite erhalten – gegen Cash. Und Gnip kostet nicht zu wenig, Trending Topics nennt Preise von 3.000 bis 5.000 Dollar und das pro Monat wohlgemerkt. 2014 wurde Gnip übrigens für schlappe 134 Millionen Dollar aufgekauft. Von? Richtig: Twitter.

Die Frage ist allerdings, ob sich Twitter mit der Abschaltung der API nicht doch in den eigenen Flügel schneidet und ausgerechnet Facebook – dem großen Social Rivalen – einen Bärendienst erweist. Laut t3n könnte der Tweetbutton künftig weniger zur Nutzung einladen, zumal etliche Blogger über den (weiteren) Sinn des Buttons nachdenken dürften. Nicht ganz ohne die Überlegung. Ins gleiche Horn stößt Monitoring Matcher. Wobei MM noch deutlich ausführlicher wird. Etwa, dass populäre Links eher geteilt werden, weil den Usern einfach die Relevanz fehlt. Wobei die Relevanz überhaupt sinken könnte, da Betreiber den Tweetbutton streichen und somit entsprechend weniger Links gezwitschert werden. Aggregatoren (Dienste, die digitale Medieninhalte aufbereiten) fehlt ebenfalls eine wichtige Quelle, an Lösungen wird daher schon munter gearbeitet.

Keine Qualität? Positive Stimmen zur Twitter Entscheidung

MacNotes.de sieht die Abschaltung der Twitter API hingegen wieder positiv und hofft auf einen ähnlichen Schritt bei Facebook und Google+. Selbst hat MacNotes den Tweetbutton schon lange entfernt, da man im Twitter-Counter – im Gegensatz zu anderen – kein Qualitätsmerkmal sah.

Wer nun Recht hat und vor allem, ob Twitter mit dem API Aus die richtige Entscheidung getroffen hat, dürfte wohl die (nahe( Zukunft zeigen. Selbst werde ich den Tweetbutton vorerst auf meinen Seiten belassen. Gespannt bin ich trotzdem, wie sich Twitter entwickelt. Und was sagst du? Ich freue mich auf deinen Kommentar :-)

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