Mythen im Netz gibt es einige, insbesondere auch (oder gerade) zum Thema Online-Marketing. Hubspot hat die Tage gleich sieben Marketing-Mythen aufgezählt, die auch auf WWG einfach genannt werden müssen. Selbst wenn diese mitunter logisch sind…

Zugegeben, der Hubspot-Artikel über Mythen im Inbound-Marketing ist schon einige Tage her. Doch gerade Neueinsteiger dürften so manchem Marketing-Mythos schnell aufsitzen und irgendwann verwundert sein, dass keine Umsätze reinkommen. Und selbst gestandene Webworker können immer wieder dazu lernen. Von daher, hier sieben überholte Marketing-Mythen – und ein Danke an Hubspot.

Inbound Marketing Mythen #1: Viel Traffic gleich viel Erfolg

Viel Traffic gleich viel Erfolg, einen größeren Irrtum gibt es im Inbound Marketing wohl kaum. Zugegeben, mehr Traffic mag durchaus mehr Klicks bringen. Doch beide Kriterien sind letztendlich keine wirkliche Aussage zum Erfolg (oder Nichterfolg) einer Seite. Viel interessanter ist da schon die sogenannte Conversion Rate, also das Verhältnis zwischen Besuchen und Verkäufen (oder anderen gewünschten Aktionen).

Ob 1.000 oder 100.000 Besucher am Tag: Was nützt der schiere Traffic, wenn nicht ein Verkauf zustande kommt? Richtig, nix. Statt viel Traffic ist also „richtiger“ Traffic interessant. Lieber nur 200 Besucher, dafür aber 20 oder 30 Verkäufe statt gar keine. Und diese Verkäufe erreichst du über guten Content, der deine Besucher überzeugt. Kleine Randnotiz: Sieben Tipps für guten Content findest du hier.

Inbound Marketing Mythen #2: Ohne Marketing geht’s auch

Insbesondere Startups fallen gern auf diesen Marketing Mythos rein, nämlich dass ein gutes Produkt schlicht keine Werbung braucht. Na klar. Logo. Deswegen gibt es ja auch keine Werbebranche, weil alles so herrlich ohne Werbung funktioniert. Spaß beiseite. Das Produkt kann noch so gut, noch so neu, noch so innovativ sein – ohne Werbung wird nichts oder (zu) wenig verkauft. Ein paar Likes auf Facebook und Co. reichen mit Sicherheit nicht aus, um einem Unternehmen zu dauerhaften Erfolg zu verhelfen.

Sicher mag es Ausnahmen geben. Ein gewisser Elon Musk macht es mit Tesla Motors vor und zeigt den Großen wie Audi, BMW, Ford oder Toyota, wie man Elektroautos baut und vor allem VERKAUFT. Ohne TV-Werbung. Ohne Autohäuser. Trotzdem: Auf Dauer wird Musk in die Werbung gehen müssen oder sein Startup zusperren können. Als Webworker ist es sogar noch schwieriger, weil kaum eine Branche konkurrenzlos ist. Und wenn doch, bleibt sie das nicht lange. Ruckzuck ist eine erfolgreiche Website kopiert und sogar besser als das Original. Ohne Werbung geht das aber nicht. Egal ob mit Adwords oder gutem Content: Geld oder eigener (Arbeits)Einsatz sind ein Muss. Stichwort Content Marketing!

Inbound Marketing Mythen #3: Nur der Preis ist interessant

Ein weiterer großer Marketing Mythos ist der Preis. Und doch sind Dumpingpreise keine dauerhafte Lösung. Als Beispiel nennt Hubspot Apple. Billig sind iPhone, iPad und Co. bekanntlich nicht. Ganz im Gegenteil: Es gibt deutlich günstigere Produkte, die mitunter sogar eine gleich gute Qualität bieten können. Trotzdem ist Apple obenauf und das seit Jahren. Begründet ist das mit der weltweit riesigen Apple-Fangemeinde, die loyal zu dem Tech-Unternehmen stehen. Und eben die baute sich Apple mit guten Produkten und permanenten Marketing auf.

Merke: Dumpingpreise bringen dir nichts, zumindest nicht auf lange Sicht. Weil deine Kunden immer Dumping erwarten werden. Ziehst du die Preise an, gehen deine Käufer als typische Schnäppchenjäger zur Konkurrenz. Statt auf selbstmörderischen Preiskampf zu setzen, ist es besser, wenn du Vorzüge, Referenzen und Informationen deines Produkts in den Vordergrund stellst. Finde den Mittelweg zwischen Preis und Marketing.

Inbound Marketing Mythen #4: Social Media in Masse

Auch das Thema Social Media ist so eine Sache. Und vielen das Allheilmittel schlechthin. Facebook, Twitter, YouTube, Instagram, Xing und und und. Auf allen Kanälen muss man als Webworker vertreten sein. Alles Quatsch, ein Marketing Mythos. Zwar kommt heute keiner mehr um Social Media herum, bieten die einzelnen Kanäle doch tolle Reichweiten und sind obendrein – abgesehen vom Arbeitseinsatz – auch noch gratis. Aber nicht jede Plattform eignet sich für jede Branche oder Thematik gleich gut.

Zumal mit jeder neuen Plattform der Arbeits- und Zeitaufwand steigt. Du musst Content posten, Kommentare beantworten, Ergebnisse auswerten. Doch genau deswegen musst du eben nicht auf zehn Kanälen gleichzeitig vertreten sein. Suche dir die besten zwei drei heraus und konzentriere dich auf diese, dann aber richtig. Nichts ist schlimmer als eine Facebook-Fanseite, deren letzter Eintrag zwei Jahre alt ist. Social Media lebt von aktuellen Neuigkeiten und Aktivität. Weniger kann im Social Media also tatsächlich mehr sein. Nämlich weniger Kanäle, die dafür aber regelmäßig gepflegt werden.

Inbound Marketing Mythen #5: E-Mail-Marketing ist out

E-Mail-Marketing ist tot, das will uns zumindest der nächste Inbound-Marketing-Mythos weismachen. Doch wer nur einmal in seine eigene Mail schaut und dazu seinen Kopf einschaltet, erkennt schnell das Gegenteil. Tatsächlich ist die gute alte E-Mail nach wir das Marketing-Instrument schlechthin. Wer bitte hat denn heute keine E-Mail? Und eben das kannst du nutzen, mit einem eigenen Verteiler und Newsletter. Egal ob für Blog, Shop oder sonst was

Informiere Deinen Leser oder Kunden über Neuigkeiten, neue Produkte, neue Leistungen, Sonderangebote und Rabatte. Zumal du dein Mail-Marketing sogar auf Autopilot schalten kannst. Ergo: Das E-Mail-Marketing out oder gar tot ist, ist reiner Blödsinn. Du musst das Thema lediglich richtig angehen. Noch mehr E-Mail-Marketing Mythen findest du übrigens hier.

Inbound Marketing Mythen #6: Konventionelle Werbung

Schon geht es weiter mit der konventionellen Werbung, die nie und nimmer durch Inbound-Marketing ersetzt werden kann. Mmh, so ganz richtig ist das nicht. Sicher ist selbst für uns Webworker das traditionelle Outbound-Marketing – also die Werbung mit Flyern, Post und Co – nicht generell uninteressant. Aber warum sollte Werbung nicht allein mit Inbound-Marketing möglich sein? Hubspot vergleicht Outbound recht treffend mit Marktschreiern, die allein mit ihrem lauten Gebrüll die Leute anziehen.

Doch mal ehrlich: Wie oft schaust du in Prospekte oder Flyer, die Tag für Tag in deinen Briefkasten flattern? Nimmst du Radio- und TV-Werbung wirklich noch wahr? Oder nutzt du Werbepausen nicht lieber für andere Sachen? Eben, aggressive Werbung blenden wir längst aus. Inbound-Marketing ist da viel interessanter, überzeugen wir unseren Besucher (gleich Kunden) doch mit Informationen. Hubspot hat hierzu gleich wieder den passenden Vergleich: Inbound-Marketing ist wie eine Waffelbude. Warum? Na weil uns der Geruch von frisch gebackenen Waffeln geradezu magisch anzieht. Ganz ohne lautes Geschrei.

Inbound Marketing Mythen #7: Content Marketing ist endlich

Die letzte Legende der Inbound Marketing Mythen ist der Punkt, dass Content Marketing endlich ist. Also irgendwann mal abgeschlossen wird. Doch selbst wenn du mittels Inbound schon tolle Erfolge feierst, Webworker wissen: Content Marketing ist nicht endlich, sondern im Gegenteil endlos. Content Marketing hört nie auf. Ständig gibt es etwas neues. Neue Nachrichten, neue Produkte, neue Angebote. Du wirst immer Futter für dein Content Marketing haben, wobei das natürlich von Branche zu Branche ganz unterschiedlich ist.

Für meine Autoblogs komme ich jeden Tag an frischen Content und muss sogar aussieben, weil es halt permanent Neues gibt. Für eine Nische wieder können zwei drei oder vier Wochen vergehen, bis mal wieder eine Neuigkeit interessant ist. Trotzdem: Markt wie Marketing ändern sich stetig. Schon das nächste Google Update kann alles über den Haufen werfen. Plötzlich müssen wir alle umdenken. Zumal auch unsere Kunden nie fertig sind und immer Neues wollen. Inbound Marketing endet also nie, kann gar nicht enden. Da der Markt nicht endet. Wäre ja auch langweilig :-)

Quelle: blog.hubspot.de